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NAVI schickt Rettungswagen und Notarzt falsch

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Symbolfoto

17.01.2017:

Am 1. Weihnachtsfeiertag „erlebte“ eine Frau im Haunstetter Süden, in der Lupinenstraße, einen lebensbedrohlichen Hinterwand-Herzinfarkt. Ein Arzt sagte später dem Ehemann, dass rund 80 Prozent derjenigen, die einen Hinterwand-Infarkt erleiden, daran sterben (in der früheren Nachbarschaft des Ehemannes ist eine Frau daran verstorben).

Der Ehemann rief per Notruf um Hilfe (112).

Das Ehepaar wohnt in der Lupinenstraße im dritten Obergeschoß und sieht deshalb auch zur Gladiolenstraße. Der Ehemann sah dann zufällig einen Rettungswagen in der Gladiolenstraße mit Blaulicht hinten und vorne. Hoppla, entfuhr es ihm, ist da drüben auch was los? Die Sanis fanden dort aber nicht die angegebene Hausnummer, weil es dort auch keine solche gibt. Sie stiegen deshalb nicht aus und versuchten wohl, sich neu zu orientieren, weil der Rettungswagen wie unschlüssig in der Gladiolenstraße, nahe der Wohnung von Stadtrat Jäckel stand. Nun war der Ehemann sich sicher, dass es der Rettungswagen für seine Frau sein müsse.

Er machte durch deutliches Gestikulieren auf dem Balkon auf sich aufmerksam und zeigte mit großen Armbewegungen, dass das Fahrzeug aus der Gladiolen- über die Azaleenstraße in die Lupinenstraße zurückfahren müsse. Dann ging er auf die Lupinenstraße hinaus, um den Wagen einzuweisen.

Wenn das Ehepaar nicht zufällig im dritten Stock wohnen würde, dann hätte der Ehemann den Rettungswagen gar nicht sehen können und die „Sanis“ hätten das Haus vorerst nicht gefunden. Wenn der Ehemann den Rettungswagen nicht gesehen und sich entsprechend bemerkbar gemacht hätte, dann hätte wegen des Zeitverlusts seine Frau leicht sterben können, wo es doch immer heißt, dass bei einem Herzinfarkt jede Minute zählt.

Die Ehefrau wurde untersucht und es wurde ein EKG gemacht. Den „Sanis“ kam das EKG nicht ganz geheuer vor und sie riefen deshalb den Notarzt. Wie sich dann herausstellte, wurde auch der Notarzt vom NAVI in die Gladiolenstraße geleitet. Der Notarzt untersuchte die Frau nochmals und fertigte nochmals ein EKG an. Dann veranlasste er, dass sie sofort vom Rettungswagen ins Zentralklinikum gebracht wurde.
Der Ehemann erzählte das mit den NAVIs danach einem Nachbarn im Haus und der sagte ihm, dass er das schon mehrmals gesehen habe, dass die Rettung oder der Notarzt falsch geleitet worden seien.
Vor knapp einem Jahr zog ein Ehepaar in das gleiche Haus in der Lupinenstraße ein. Deren NAVI führte sie problemlos und direkt zu dem Haus. Auch ihre erwachsenen Kinder wurden von ihren NAVIs ebenso problemlos und direkt zu dem Haus geführt. Es muss also in dem NAVI-System, das Feuerwehr, Rettung und Notarzt verwenden, ein „Wurm“ d’rin sein.

Daraufhin rief der Ehemann an einem der nächsten Werktage bei der Polizei an und fragte, an wen man sich wenden müsste, wenn im NAVI-System etwas nicht in Ordnung ist. Darauf folgte erst einmal der bei Behörden übliche Einschüchterungsversuch: Man wird zwei oder gar drei Mal nach dem Namen gefragt und wird gefragt, für welche Institution man arbeite.

Die Frau, die bei der Polizei am Telefon war, hatte überhaupt nicht kapiert, dass es darum ging, dass die Rettung und der Notarzt von ihren NAVIs falsch geleitet wurden. Sie sagte selbstverständlich aber auch nicht, dass sie keine Ahnung davon habe, wohin sich der Ehemann deshalb wenden könnte. Sie empfahl dem Ehemann sein NAVI upzudaten. Den Hinweis, dass es nicht um sein NAVI ging, sondern um die NAVIs von Notarzt und Rettung ging, hatte die Frau wohl auch nicht kapiert, denn es wurde ihm im Weiteren dann empfohlen, sein NAVI des öfteren upzudaten.

Der Ehemann verkniff sich eine „entsprechende Antwort“, weil die Frau am Telefon sich beleidigt fühlen könnte, daraufhin eine schaurige Story erfinden könnte, die im schlimmsten Fall zu einer Wohnungsdurchsuchung führen könnte.

Der Ehemann fuhr an einem Werktag zur Firma Bäuerle in Haunstetten, erklärte dem anwesenden Mitarbeiter die Sachlage und erklärte ihm auch am Computer die Situation. Er versprach, die Sache weiterzuleiten an die Rettungsleitstelle der Feuerwehr, die für die Aktualisierung der dabei verwendeten NAVI-Systeme im hiesigen Bereich zuständig sei.

Dem Ehemann ließ das keine Ruhe und er rief auch bei der Feuerwehr an. Zuerst wie üblich der Einschüchterungsversuch. Er wurde weiterverbunden und dort bekam er zu hören, dass alles in Ordnung sei und man die Adresse in der Lupinenstraße im NAVI habe. Nach der Erklärung durch den Ehemann, wie es dort tatsächlich läuft, wurde er noch gefragt, ob das Haus in der Lupinen-straße denn auch eine Zufahrt habe. Der Ehemann erklärte, dass das Haus genau dort stehe, wo die Lupinenstraße rechtwinklig schwenkt von der Ost-West-Richtung in die Nord-Süd-Richtung, dass das Haus an der Aussenseite der Kurve steht, dort eine Zufahrt zu einem Hof mit Parkplätzen besteht und dass es keine Möglichkeit gibt, von der Gladiolenstraße direkt zu dem Haus in der Lupinenstraße zu fahren. Abschliessend: Man werde sich damit befassen.

Der Ehemann weist darauf hin, dass das betreffende Haus in der Lupinenstraße seit mehr als 35 Jahren unverrückbar an ein und derselben Stelle steht und der Mangel des NAVI-Systems nicht auf eine erst in jüngerer Zeit geschehene Bautätigkeit zurückzu-führen ist, weil deshalb angeblich das System noch nicht nachgerüstet worden sei.
Die NAVIs können nichts dafür, wenn die Rettung und der Notarzt falsch geleitet werden. Nachdem das Haus in der Lupinen-straße und das Haus Gladiolenstraße 9 unmittelbar aneinander gebaut sind, kommt es bei den verwendeten NAVIs zu der Fehlleistung. Tatsächlich besteht dort keine Durchfahrtsmöglichkeit.

Es stellen sich nun folgende Fragen:
1.: Was wäre dabei herausgekommen, wenn der Ehemann nicht zufällig den Rettungswagen in der Gladiolenstraße gesehen hätte. – Das hätte das Todesurteil für seine Frau sein können.

2.: Was wäre dabei herausgekommen, wenn die Ehefrau den Herzinfarkt nachts erlitten hätte. Dann hätte der Ehemann nicht zu gestikulieren und Zeichen zu geben brauchen, weil ihn die „Sanis“ nicht hätten sehen können. Nachdem es dort, wo sie standen, nicht die angegebene Hausnummer gibt, hätten sie vermutlich langwierig telefonieren und im Stadtplan suchen müssen. Bis der Ehemann sich dann winterlich angezogen und versucht hätte, zu Fuß den Rettungswagen zu erreichen, wäre der Wagen vielleicht schon suchend weitergefahren und der Ehemann hätte die „Sanis“ nicht zu seiner todkranken Frau führen können, weil er ja noch zu Fuß unterwegs war.

Ein Nachbar, er seit längerem arbeitslos ist und deshalb viel bei seiner Mutter weilt, die auch in der Lupinenstraße wohnt und von deren Wohnung die Situation auf der Gladiolenstraße hervorragen zu sehen ist, teilte mit, dass er und seine Mutter seit geraumer Zeit bemerken, “wie die da drüben herumsuchen”. Gemeint sind damit Rettungswagen und Notärzte. die von ihren NAVIs falsch geleitet wurden. Auch er bestätigte, dass sein NAVI direkt an das Haus in der Lupinenstraße führt. Sein Kommentar war: “Die Schdadd soll si was G’scheids koffa und koi so a G’lumb” – Die Stadt soll sich etwas Ordentliches kaufen und nicht so ein Gerümüpel.

Der Ehemann ist kein Elektroniker, nur ein staatlich geprüfter Bautechniker. Er könnte sich aber vorstellen, dass entweder zukünftig eine anderes NAVI-System verwendet wird oder dass in das jetzige System eingefügt wird, dass, sobald die Adresse in der Lupinenstraße eingegeben wird, ein Hinweis erscheint, dass nicht in die Azaleenstraße und von dort nicht in die Gladiolenstraße zu fahren ist, sondern auf der Lupinenstraße weiterzufahren ist bis zu der Hausnummer.

Abschliessend möchte der Ehemann noch betonen, dass schon morgen auf Grund des Mangels im NAVI-System jemand sterben könnte.