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Kulturkreis Haunstetten e.V. erforscht die Spuren von Künstlern in Haunstetten

Johann Georg Wolcker
Der Kulturkreis Haunstetten hat mit der Fotografin Sabrina Mastnak eine Postkarte mit dem Gemälde des hl. Willibald von Wolcker herausgebracht. Sie ist ab sofort beim Kulturkreis erhältlich. (Foto: Sabrina Mastnak)

Diesmal: Johann Georg Wolcker (1700 – 1766)

Zahlreiche Recherchen des Kulturkreises Haunstetten brachten nun Interessantes über den Maler Johann Georg Wolcker (1700 wohl Burgau – 27.10.1766 Augsburg) zu Tage, erklärt Vorsitzende Jutta Goßner. Er war Künstler zahlreicher Fresken in der Pfarrkirche ST.Goerg, so z.B. des Freskos des hl. Willibald (1730), eines Benediktinerheiligen an der Nordwand des Chores der kath. Stadtpfarrkirche St.Georg
Die Wahl des hl. Willibald ist nicht zufällig, betont der Kulturkreis, denn die Kirche St.Georg gehörte damals zum Besitz des Benediktinerklosters St. Ulrich und Afra.

Überdies ließ der damalige Abt Willibald Popp (* 1653 Rain am Lech; † 1735 Augsburg) die Kirche von 1725 – 1730 außen wie innen im Stil des Barock umgestalten. Abt Willibald, nach dem in Haunstetten auch eine Straße benannt ist, ließ hier wohl ein Identifikationsportrait von sich als hl. Willibald malen; denn er wollte oder konnte er sich nicht selbst als großer Wohltäter malen lassen, so wählte er den Heiligen gleichen Namens. Stolz weist der hl. Willibald des Gemäldes auf die neu gestaltetet Kirche St.Georg im Hintergrund. Die Innendekoration von St.Georg gestalteten damals vor allem junge Künstler – neben Wolcker auch Franz Xaver Feichtmayr d.Ä., Andreas Hainz u.a. -, die für die Reichabtei St.Ulrich und Afra als Auftraggeber wohl zu viel günstigeren Konditionen arbeiteten als arrivierte Meister, da ist sich der Kulturkreis Haunstetten sicher.

Johann Georg Wolcker war Schüler des Augsburger Akademiedirektors Johann Georg Bergmüller und malte zahlreiche Fresken und Tafelbilder, berichtet Vorsitzende Jutta Goßner, vor allem im bayerisch – schwäbischen Raum (Stadtbergen, Westendorf, Welden, Prittriching, Landsberg u.a.). Für Wolcker, der 1729 die Meistergerechtigkeit erlangt hatte, war der Haunstetter Auftrag ein wichtiger Schritt zur künstlerischen Selbständigkeit, ist sich der Kulturkreis Haunstetten sicher.
Sein Hauptwerk schuf Wolcker aber nicht in Augsburg, sondern 1731 – 1736 in Tirol: die Fresken und. Altarblätter in der Kirche des Zisterzienserklosters Stams.

Der Kulturkreis Haunstetten hat mit der Fotografin Sabrina Mastnak eine Postkarte mit dem Gemälde des hl. Willibald von Wolcker herausgebracht. Sie ist ab sofort beim Kulturkreis erhältlich. Durch die Postkarte wird die Postkartenserie des Kulturkreises mit historischen bzw. künstlerischen Motiven fortgesetzt.

(Quelle: Kulturkreis Haunstetten e.V. | Weitere Infos unter: www.kulturkreis-haunstetten.de)