Start Geschichte Der ehemalige Zerlehof

Der ehemalige Zerlehof

Der ehemalige Zerlehof südlich neben der Kirche St. Georg war an Fronleichnam meistens festlich geschmückt. Unter den Fenstern verzieren drei Bilder mit christlichen Motiven und eine lange Girlande aus Tannengrün den Giebel zur Straßenseite hin. (Bild: Karl Wahl)

Aus der Geschichte Haunstettens

Vor 270 Jahren, der ehemalige Zerlehof

Vorbemerkung: 1747 wurde der Hof von Jakob Löcherer übernommen, das heisst, der Hof hatte bis dahin vielleicht schon längere Zeit oder viele Jahre bestanden. Das Jahr 1747 ist die bisher älteste Nachricht, die dazu gefunden wurde.

Also, im Jahre 1747 übernahm Jakob Löcherer den Hof unmittelbar südlich neben der Kirche St. Georg. Deshalb wurde das Anwesen damals auch „Kirchhofbauer“ genannt. Die Mutter von Jakob Löcherer war Witwe und hatte in zweiter Ehe Michael Höfle geheiratet. Daher auch der Hausname „Höfle“. Es kam wegen des Namens oft zu falschen Schlussfolgerungen, denn der Hof war über viele Jahre der größte Hof in Haunstetten. Michael Höfle verstarb 1901 und hat außer Schulden auch zahlreiche Nachkommen aus drei Ehen hinterlassen.

Um 1830 war dieser Hof, damals Haunstetten Nr. 13, mit über 165 Tagwerk Grundbesitz der größte Hof in Haunstetten.

1837 „zertrümmerte“ Eigentümer Kantius Maierhofer den Hof, das heißt, er verkaufte alles in verschiedenen Stücken.

Anton Settele kaufte 1837 um 1.645 Gulden den Rest des Hofs mit den Hofgebäuden und ein paar der Grundstücke. Deshalb auch einer der Hausnamen „Oberer Settele-Hof“. Der „Untere Settele-Hof“ war das Schlossgut, heute Bremhof.

Bis 1907 bewirtschafteten Thomas und Philomena Settele den späteren Zerlehof und verkauften ihn an Siegfried Lemmle aus München.

1927 wurde der Hof von Sebastian Zerle übernommen. Daher kam auch der Name „Zerlehof“.

1975 erwarb die Pfarrpfründestiftung St. Georg den Zerlehof südlich neben der Kirche. Die Pfarrjugend von St. Georg richtete sich im Zerlehof noch ein Jugendheim ein, obwohl der Abbruch nicht fern lag.

Die ARGE Haunstetten veranstaltete am 1. Mai 1983 die Maifeier und danach ein Maifest im Zerlehof. Es spielt die Blaskapelle des Trachtenvereins. Die Bewirtung hatten die Kleingärtner übernommen.

Auf dem Zerlehof wurde am 25. Juni 1988 das letzte Pfarrfest gefeiert und im September 1988 wurde er abgebrochen.

Am 19. Juni 1989 war der erste Spatenstich für das Pfarrzentrum St. Georg, das am 3. Februar 1990 eingeweiht wurde.

Der ehemalige Zerlehof südlich neben der Kirche St. Georg. Es ist deutlich zu erkennen, dass es ein landwirtschaftliches Anwesen war. Die Straße ist noch die „Obere Hauptstraße“. (Bild: Karl Wahl)

Teilansicht des festlich geschmückten Giebels des Zerlehofs an Fronleichnam. Die christlichen Motive der drei Bilder sind deutlich zu erkennen Die Straße heißt noch „Obere Hauptstraße“. (Bild: Karl Wahl)

(Text & Bild(er): Karl Wahl / Archiv Karl Wahl)