Start Geschichte Aus der Haunstetter Geschichte – Vor 160 Jahren

Aus der Haunstetter Geschichte – Vor 160 Jahren

Haunstetten Jahr ohne Sommer
Symbolfoto

Vor 210 Jahren, im Jahre 1806 wurde Haunstetten eine bayerische Gemeinde. Bis dahin war der Ort Eigentum des Klosters St. Ulrich und Afra.

Vor 200 Jahren ging das Jahr 1816 als „das Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte ein. In vielen Ländern reifte das Getreide nicht, verkümmerte das Gemüse und blieb das Obst grün. Dies waren weltweit die spürbaren Auswirkungen eines Vulkanausbruchs.

Der Vulkan Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa begann am 10. April 1815 derart riesige Mengen Schwefel in die Stratosphäre zu schleudern, dass die Sonne verdunkelt wurde. Die Schwefelteilchen wanderten in großen Höhen um den Globus, absorbierten und reflektierten das Sonnenlicht. Infolgedessen blieben auf der ganzen Erde die Temperaturen niedrig, in höheren Lagen schneite es sogar mittten im Sommer. Im darauffolgenden Jahr, 1816, blieb es genauso. Dieses Jahr ging dann als „das Jahr ohne Sommer“ ín die Geschichte ein.

Die Folge der gewaltigsten Eruption der letzten 20.000 Jahre war eine dramatische Hungersnot. Christoph David von Stetten notierte in sein Tagebuch: „Allen Zeitgenossen wird das schwere Ungemach unvergesslich sein, welches durch die beispiellos kalte und regnerische Witterung des Jahres 1816 heraufgeführt worden war. Die Getreideernte war auf den besten Geländen meist so viel wie Null, auch die Kartoffelen mißrieten sogar. Die erst im September geschnittene Winterfrucht verfaulte teilweise auf den Feldern. Ein großer Teil des Habers stand noch in den letzten Tagen des Oktober draussen und wurde, von dem frühzeitig gefallenen Schnee ereilt, gleichfalls dem Verderben freigegeben. Schrecklich war die Not unter der von der Kriegslast noch schwer erschöpften und verschuldeten Bevölkerung. […]. Scharen von abgemagerten Jammergestalten durchzogen bettelnd das Land.“

Vor 190 Jahren, anno 1826 gerieten die Besitzer der Weißbleiche, Johann von Molo und Josef von Rebay (später Martini) in die roten Zahlen, weil Österreich 1818 die Einfuhr von Leinwand verboten hatte und weil Piemont und Neapel Sperrzölle gegen die Leinwandeinfuhr eingeführt hatten.

(Text & Bild(er): Karl Wahl / Archiv Karl Wahl)